Alle Artikel in: Wirtschaft

Wassermangel in Deutschlands Flüssen: „Wir können Niedrigwasser nicht einfach wegbaggern“

Politik und Wirtschaft diskutieren derzeit über eine Vertiefung von Fahrrinnen, damit Binnenschiffe auch bei niedrigen Wasserständen möglichst uneingeschränkt und sicher fahren können. Aus wissenschaftlicher Sicht greift dieser Ansatz zu kurz. „Wir müssen uns stärker an das vorhandene Wasserdargebot anpassen, statt die Flüsse immer weiter an unsere Nutzungsansprüche anzupassen“, sagt IGB-Forscher Dr. Christian Wolter. Punktuelle Eingriffe zur Beseitigung einzelner Engstellen können zwar sinnvoll sein, eine weitere systematische Vertiefung der Flüsse ist jedoch keine nachhaltige Antwort auf häufiger auftretendes Niedrigwasser.

Neue Studie zu Elektroautos: Verkaufspreise sinken um 18 Prozent, Modellvielfalt nimmt stark zu

Elektrofahrzeuge in Deutschland sind zwischen 2020 und 2025 real um rund 18 Prozent günstiger geworden – obwohl die nominalen Durchschnittspreise auf den ersten Blick gestiegen sind. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Gleichzeitig hat sich die Zahl der verfügbaren Elektromodelle auf dem deutschen Markt mehr als vervierfacht. Die Studie basiert auf mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer Datenbank des ADAC und umfasst sechs Segmente von Klein- bis Luxuswagen.

Trusted Brand Studie 2026: 15 Marken, die höchstes Vertrauen genießen

Welchen Marken vertrauen die Menschen in Deutschland am meisten? Dieser Frage geht die von Reader’s Digest durchgeführte Trusted Brand Studie nach. Für die aktuelle Untersuchung nannten 4000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland jene Marken, die sie Familie oder Freunden bedenkenlos weiterempfehlen würden.

Frauen leisten mehr mentale Care-Arbeit als Männer

Ein Forscherinnenteam der HMU Health and Medical University in Potsdam hat die Verteilung und die gesundheitlichen Folgen mentaler Care-Arbeit in Deutschland untersucht. Die veröffentlichte Studie zeigt, dass Frauen nicht nur die Hauptlast der „unsichtbaren“ Familienorganisation tragen, sondern dass insbesondere die emotionale Sorgearbeit ein erhebliches Risiko für die psychische Gesundheit darstellt.

Wenn Bezahlen wehtut

In Deutschland wird erstmals häufiger bargeldlos als mit Bargeld bezahlt: 55 Prozent der erfassten Einkäufe wurden 2025 digital bezahlt. Eine neue Studie unter Beteiligung des Universitätsklinikums Tübingen zeigt nun, warum der Moment des Bezahlens psychologisch bedeutsam ist: Der sogenannte „Pain of Paying“ scheint weniger körperlicher Schmerz zu sein als ein unangenehmes emotionales Erlebnis, das finanzielle Entscheidungen beeinflusst. Das legt nahe, dass Zahlungsformen, bei denen der Bezahlvorgang weniger unmittelbar erlebt wird, auch als weniger „emotional schmerzhaft“ empfunden werden könnten. Die Studie erschien im Journal of Economic Behavior and Organization.

Studierendenhaushalte geben im Schnitt 54 Prozent des Einkommens für Wohnkosten aus

Hohe Wohnkosten stellen viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen. Das gilt insbesondere für diejenigen, die nicht mehr im Elternhaus leben. In Deutschland geben Studierende mit eigener Haushaltsführung im Durchschnitt 54 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025 mitteilt. Damit ist der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen für Studierende mit eigener Haushaltsführung mehr als doppelt so hoch wie für die Gesamtbevölkerung (24 Prozent).

Beschäftigungswachstum wird von ausländischen Arbeitnehmern getragen

Der demografische Wandel verändert den deutschen Arbeitsmarkt grundlegend. Die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften trägt maßgeblich dazu bei, die Folgen dieser Entwicklung abzufedern. Das Beschäftigungswachstum wird seit 2024 ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen, während sich die Beschäftigungsentwicklung deutscher Staatsangehöriger infolge der demografischen Alterung zunehmend abschwächt.

Wie fair wirkt die KI beim Vorstellungsgespräch?

Viele Unternehmen setzen bei der Personalauswahl auf KI. Eine neue Studie zeigt nun, dass Bewerberinnen und Bewerber Avataren, die mit ihnen ein Vorstellungsgespräch führen, überwiegend vertrauen – aber nur bis sie eine Absage erhalten. Wie fair diese Entscheidung wahrgenommen wird, hängt von den Identitätsmerkmalen der Avatare ab. Am ungerechtesten behandelt fühlten sich nicht etwa die Testpersonen, die sich am stärksten vom Avatar unterschieden – sondern diejenigen, die entweder beim Geschlecht oder bei der Hautfarbe mit ihm übereinstimmten.

ZDF-Politbarometer: In Deutschland geringe Bereitschaft für grundlegende Reformen

Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit, halten mit 89 Prozent die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, auch wenn diese zu finanziellen Belastungen und Einschnitten führen (nicht wichtig: 9 Prozent, Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“). Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur 23 Prozent gehen davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist. Persönlich würden 3 Prozent der Befragten für grundlegende Reformen sehr große und 29 Prozent große Belastungen in Kauf nehmen. Weitere 43 Prozent wären zu nicht so großen und 23 Prozent zu keinen Belastungen bereit.

Cyberkriminalität im Alltag: Jede zehnte Person in Deutschland allein im Vorjahr betroffen

Viele Menschen informieren sich über ihre persönliche IT-Sicherheit erst im Ernstfall – so das Ergebnis des Cybersicherheitsmonitors 2026. Die repräsentative Befragung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) beleuchtet das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Dabei zeigt sich auch: Allein in den vergangenen zwölf Monaten war jeder Zehnte von einer Straftat im Internet betroffen (11 Prozent). Häufigster Tatbestand bleibt Betrug beim Onlineshopping.