Alle Artikel in: Technik

Machtvakuum behindert Kampf gegen „Geisterausrüstung“ in der Ostsee

Schätzungen zufolge gehen jedes Jahr fast zwei Prozent aller Fanggeräte weltweit verloren, was erheblich zur Plastikverschmutzung der Meere beiträgt. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fischerei für etwa 18 Prozent der Plastikverschmutzung in den Ozeanen verantwortlich ist. Die im Meer schwimmende Ausrüstung „fischt“ oft noch jahrelang weiter: Fische, Seevögel und Meeressäuger verfangen sich darin und verhungern oder ertrinken.

Flüsse als unterschätzte Quelle von Treibhausgasen

Flüsse sind Lebensraum, Wasserquelle und prägen ganze Kulturräume. Entsprechend negativ sind die Folgen vor Ort, wenn Landwirtschaft und Industrie Flusssysteme belasten. „Flüsse beeinflussen zudem maßgeblich das globale Klimasystem“, sagt Dr. Ralf Kiese vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMKIFU), dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen. „Wir beobachten zunehmend, dass Flüsse zu einer signifikanten Quelle für Treibhausgase werden.“ Ursache sind vor allem mikrobielle biogeochemische Prozesse: Gelangen organischer Kohlenstoff und Nährstoffe aus der Landwirtschaft oder aus Abwässern in Flüsse, werden sie dort in Kohlendioxid, Lachgas und Methan umgesetzt – Treibhausgase, die dann in der Atmosphäre ihre Wirkung entfalten.

Echtzeitprognose von epileptischen Anfällen durch künstliche Intelligenz und Wearables

Durch eine kostengünstige und zuverlässige Echtzeitprognose das Leben von Menschen mit Epilepsie verbessern – das ist ein Ziel von Wissenschaftler*innen an der Universität Paderborn. Zwar gibt es bereits Notfallmedikamente und Sicherheitsvorkehrungen, deren Anwendung wird durch die Unvorhersehbarkeit epileptischer Anfälle allerdings erschwert. Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, Neurologe und Leiter des Sportmedizinischen Instituts, und Dr.-Ing. Tanuj Hasija vom Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik arbeiten deshalb bereits seit einigen Jahren an einem neuartigen System für ein am Handgelenk getragenes Gerät, ein sogenanntes Wearable, das Anfallsprognosen in Echtzeit abgibt. Für ihr Vorhaben wurden die Wissenschaftler 2023 mit dem Forschungspreis der Universität Paderborn ausgezeichnet. Mit den Fördermitteln konnten sie u. a. bereits einen ersten Prototyp erstellen, den die Wissenschaftler nun bei einem Vortrag im Rathaus Paderborn der Öffentlichkeit präsentiert haben.

Arbeit für rund 2 Dollar pro Stunde: Humanoide Roboter als nächste Billionen-Dollar-Industrie

Humanoide Roboter stehen vor dem Sprung aus der Prototypenphase in die industrielle Skalierung. Die aktuelle Roland Berger Studie Humanoid Robots 2026 – The Convergence Moment for a New Market zeigt: Durch Fortschritte bei KI und Robotik-Hardware könnten humanoide Systeme perspektivisch zu Betriebskosten von rund zwei US-Dollar pro Stunde arbeiten. Damit wären sie in Hochlohnländern wie Deutschland ein entscheidender Hebel, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, neue Industrien entstehen zu lassen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

KI-Betrug im Netz: Nur ein Fünftel überprüft die Quelle

Fast die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland fühlt sich zwar in der Lage, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Tatsächlich schaut jedoch kaum jemand genauer hin: Nur eine Minderheit hat schon einmal etwa nach Unstimmigkeiten im Bild gesucht oder die Quelle überprüft (28 bzw. 19 Prozent). Der Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) zeigt, wie hoch das Risiko ist, Opfer digitaler Betrugsmaschen zu werden.

Social-Media-Konsum gefährdet psychische Gesundheit und Bildungserfolg von Kindern

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) warnt vor den weitreichenden negativen Folgen einer übermäßigen Nutzung digitaler Medien. Die Daten zeigen einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen intensiver Social-Media-Nutzung, sinkenden PISA-Werten und einer Zunahme psychischer Belastungen bei Schülern.

Verbände fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter

Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter. Dies hatte kürzlich auch der Städtetag gefordert.

Fast jeder zweite Erwerbstätige nutzt KI im Job

Eine Umfrage des TÜV-Verbands zeigt: Die berufliche Nutzung Künstlicher Intelligenz gewinnt stark an Bedeutung. Vier von fünf suchen mit Hilfe von KI nach Informationen, fast jeder zweite erstellt Texte und jeder zehnte programmiert. Beschäftigte nutzen die Technologie häufig ohne klare Vorgaben und ohne ausreichende Qualifikation.

Unterjährige Verbrauchsinformation ist ein wichtiges Instrument zum Energiesparen

Eine Novellierung der Heizkostenverordnung (HKVO) verpflichtet Vermieter seit Januar 2022 dazu, ihren Mietern bei fernablesbaren Geräten eine unterjährige Verbrauchsinformation (uVI) für Heizung und Warmwasser zur Verfügung zu stellen. Eine aktuelle Marktforschung des Energiedienstleisters Techem zeigt, dass die unterjährige Verbrauchsinformation wirkt: Sie schafft Transparenz und sorgt dadurch für einen bewussteren Umgang mit Energie.