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Herausgeber der PM
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin |
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45 Prozent der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer haben in den vergangenen zwei Jahren auf Landstraßen mindestens einmal eine kritische Fahrsituation erlebt, bei der ein Unfall nur knapp verhindert werden konnte. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) unter 501 Motorradfahrenden hervor. Sieben Prozent der Befragten waren im selben Zeitraum an einem Landstraßenunfall beteiligt. Obwohl 89 Prozent wissen, dass sich die meisten tödlichen Motorradunfälle auf Landstraßen ereignen, halten 72 Prozent das Fahren dort für sicher.
Nach Angaben des DVR unterschätzen viele Motorradfahrende ihr persönliches Unfallrisiko. „Die Umfrage zeigt: Menschen neigen dazu, das eigene Risiko zu unterschätzen“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. Wahres Können zeige sich nicht darin, kritische Situationen im letzten Moment zu meistern, sondern „verantwortungsbewusst zu fahren, damit Gefahren gar nicht erst entstehen“. Als größte Risiken nennen die Befragten einen schlechten Straßenzustand, Nässe oder Glätte sowie Wildwechsel. Kurven werden dagegen vergleichsweise selten als Gefahr wahrgenommen, obwohl sie laut Unfallstatistik besonders unfallträchtig sind. Zudem halten 88 Prozent Fahrsicherheitstrainings für sinnvoll, doch 57 Prozent haben bislang noch nie an einem solchen Training teilgenommen.
45 Prozent aller Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer haben in den vergangenen zwei Jahren auf Landstraßen mindestens einmal eine kritische Fahrsituation erlebt, bei der ein Unfall nur knapp vermieden werden konnte. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) unter 501 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern. Die Umfrageergebnisse werden zum Start der bundesweiten Kampagne „Hartes Pflaster: Landstraße“ veröffentlicht, mit der der DVR gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ab dem 20. Juli 2026 Verkehrsteilnehmende für die besonderen Risiken auf Landstraßen sensibilisiert.
Die Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild: 7 Prozent der befragten Bikerinnen und Biker waren innerhalb der vergangenen zwei Jahre an mindestens einem Landstraßenunfall beteiligt. Das Bewusstsein für Gefahren ist grundsätzlich hoch: 89 Prozent wissen, dass sich die meisten tödlichen Motorradunfälle auf Landstraßen ereignen. Dennoch empfinden 72 Prozent das Fahren auf Landstraßen als sicher. Die Diskrepanz zwischen eigener Erfahrung, bekanntem Risiko und persönlicher Gefährdungseinschätzung gehört zu den zentralen Ergebnissen der Umfrage.
„Die Umfrage zeigt: Menschen neigen dazu, das eigene Risiko zu unterschätzen. Jede unfallfreie Fahrt kann das Gefühl verstärken, unfehlbar zu sein und jede Situation im Griff zu haben. Routine und Selbstvertrauen sind beim Motorradfahren zwar wichtige Begleiter – aber keine Lebensversicherung“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Wahres Können zeigt sich nicht darin, eine kritische Situation im letzten Moment zu meistern. Es zeigt sich darin, verantwortungsbewusst zu fahren, damit Gefahren gar nicht erst entstehen.“
Die Dynamik innerhalb einer Gruppe beeinflusst das Fahrverhalten erheblich. 68 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass manche Bikerinnen und Biker in der Gruppe riskanter fahren. Bei den Fahrenden im Alter von 18 bis 39 Jahren sind es sogar 76 Prozent. Gleichzeitig finden nur 15 Prozent der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, dass das Eingehen von Risiken zum Motorradfahren dazugehöre. Unter den Bikerinnen und Bikern von 18 bis 39 Jahren stimmen 23 Prozent dieser Aussage zu. 48 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass gute Fahrfähigkeiten auch auf der Straße gezeigt werden sollten. 26 Prozent geben an, dass deutlich vorsichtigeres Fahren innerhalb einer Motorradgruppe schnell negativ auffällt.
„Der psychologische Druck in einer Gruppe ist enorm. Gerade jüngere Fahrende lassen sich dadurch häufiger zu Manövern hinreißen, die sie allein nie riskieren würden“, sagt Manfred Wirsch. „Wahres Können zeigt sich nicht darin, mit der Gruppe mitzuhalten, sondern die eigenen Grenzen zu kennen und den Mut zu haben, das eigene Tempo zu fahren.“
Motorradfahrende nehmen zahlreiche Gefahren im Straßenverkehr deutlich wahr. Besonders häufig genannt werden ein schlechter Straßenzustand (93 Prozent), nasse oder glatte Fahrbahnen (91 Prozent), Wildwechsel oder andere Hindernisse auf der Fahrbahn (90 Prozent), riskante Überholmanöver anderer Verkehrsteilnehmender (89 Prozent), gefährliche Manöver anderer Motorradfahrender (84 Prozent) und dicht auffahrende Autos (84 Prozent). Kurvige Straßen werden dagegen vergleichsweise selten als gefährlich eingeschätzt: Nur 56 Prozent sehen darin ein Risiko. Dabei zeigen die Unfallzahlen, dass das Kurvenfahren für Motorradfahrende besonders risikobehaftet ist.
„Kurvenfahrten machen den besonderen Reiz des Motorradfahrens aus. Genau dort entscheidet sich aber auch, wie sicher man unterwegs ist“, sagt Manfred Wirsch. „Die Unfallzahlen zeigen: In Kurven gibt es keinen Raum für Übermut. Nur wer Kurven mit der nötigen Vorsicht durchfährt, kommt sicher zu Hause an. Und das ist letztlich alles, was zählt.“
Nach eigener Einschätzung verhält sich die Mehrheit der befragten Motorradfahrenden im Straßenverkehr verantwortungsbewusst. Dennoch spielt Risikoverhalten weiterhin eine Rolle: 32 Prozent der Befragten werden ungeduldig, wenn sie hinter langsameren Fahrzeugen herfahren müssen. Bei den Bikerinnen und Bikern im Alter von 18 bis 39 Jahren liegt dieser Anteil bei 47 Prozent. 17 Prozent räumen ein, dichter aufzufahren, als es für einen sicheren Abstand erforderlich wäre. Auch hier liegt der Anteil bei Motorradfahrenden von 18 bis 39 Jahren mit 26 Prozent höher.
„Die Mehrheit der Motorradfahrenden zeigt Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme“, sagt Manfred Wirsch. „Gleichzeitig müssen wir diejenigen erreichen, die in bestimmten Situationen noch zu ungeduldig oder risikobereit handeln. Sicherheit ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis vieler verantwortungsvoller Entscheidungen auf jeder einzelnen Fahrt.“
88 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Fahrsicherheitstrainings helfen, kritische Situationen beim Motorradfahren zu vermeiden. Dennoch haben 57 Prozent bislang noch nie an einem solchen Training teilgenommen. Zehn Prozent absolvierten in den letzten zwei Jahren ein Training, 13 Prozent in den letzten fünf Jahren. Dabei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit der Fahrleistung: Von den Motorradfahrenden, die jährlich mehr als 5.000 Kilometer zurücklegen, hat bereits mehr als die Hälfte ein Training absolviert. Bei einer jährlichen Fahrleistung von unter 3.000 Kilometern ist es lediglich rund ein Drittel. Wer bereits an einem Training teilgenommen hat, bewertet dessen Nutzen zudem deutlich höher.
„Erfahrung macht den Unterschied: Vielfahrende nutzen Fahrsicherheitstrainings häufiger – und wer einmal dabei war, schätzt ihren Mehrwert“, sagt Manfred Wirsch. „Diese Erfahrung sollten noch mehr Motorradfahrende machen. Denn wenn es darauf ankommt, gibt es keine zweite Chance für die richtige Reaktion – aber man kann sie vorher trainieren.“
