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Globale Insolvenzen 2026: Stabilisierung auf dünnem Eis

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Kreditversicherer erwartet 2026 erneut mehr Firmenpleiten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte 2026 weltweit hoch bleiben und in den großen Industrienationen im Schnitt um 2,8 Prozent steigen. Für Deutschland rechnet der Kreditversicherer Coface mit einem Plus von 1 Prozent. Eine leichte Stabilisierung sei zwar erkennbar, hänge aber stark von den Finanzierungskosten ab. „Das Jahr 2026 dürfte eher eine Verschnaufpause als eine echte Trendwende bringen“, sagte Coface-Volkswirt Markus Kuger. „Die Insolvenzzahlen stabilisieren sich nur, wenn die Finanzierungskosten nicht wieder ansteigen.“

In Deutschland sollen Steuerentlastungen, öffentliche Investitionen und sinkende Energiekosten zur Stabilisierung beitragen. Zugleich blieben die Fallzahlen über dem Niveau vor der Pandemie. Belastet würden vor allem Baugewerbe, chemische Industrie und Teile des verarbeitenden Gewerbes, aber auch Pharma und IT stünden unter Margendruck.

In Frankreich und Großbritannien erwartet Coface jeweils 2 Prozent mehr Insolvenzen, in Spanien dagegen ein Minus von 3 Prozent. Für die USA prognostiziert das Unternehmen ein Plus von 4 Prozent, für Kanada einen Rückgang um 5 Prozent.

Besonders riskant wäre laut Coface ein erneuter Zinsanstieg. „Schon eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten könnte die Zahl der globalen Insolvenzen um 4 bis 5 Prozent steigen lassen“, erklärte Kuger.


Die Zahl der weltweiten Unternehmensinsolvenzen bleibt 2026 hoch, zeigt jedoch erstmals Anzeichen einer leichten Stabilisierung. Nach deutlichen Anstiegen in den Vorjahren erwartet Coface in den großen Industrienationen einen moderaten Anstieg um 2,8 Prozent, für Deutschland ein Plus von 1 Prozent. Wie nachhaltig diese Stabilisierung ist, hängt jedoch stark vom Zinsumfeld ab: Schon eine Erhöhung um 25 Basispunkte könnte die globale Insolvenzentwicklung wieder kippen.

„Das Jahr 2026 dürfte eher eine Verschnaufpause als eine echte Trendwende bringen“, sagt Markus Kuger, Volkswirt beim internationalen Kreditversicherer Coface. „Die Insolvenzzahlen stabilisieren sich nur, wenn die Finanzierungskosten nicht wieder ansteigen.“ Zwar entlasten eine vorsichtige geldpolitische Lockerung und leicht verbesserte Finanzierungsbedingungen viele Volkswirtschaften. Doch die Zinsen liegen weiterhin über dem Vorkrisenniveau, während zahlreiche Branchen mit hohen Kosten, strukturellen Herausforderungen und wachsender Schuldenlast konfrontiert sind. Besonders betroffen sind energie- und kapitalintensive Bereiche wie das Baugewerbe, die chemische Industrie und große Teile des verarbeitenden Gewerbes. Selbst traditionell robuste Sektoren wie Pharma und IT spüren zunehmenden Margendruck.

Für Deutschland erwartet Coface einen moderaten Anstieg der Insolvenzen um 1 Prozent. Die Fallzahlen bleiben zwar über Vor-Pandemie-Niveau, doch Steuerentlastungen, öffentliche Investitionen und sinkende Energiekosten tragen trotz anhaltender Schwäche im Baugewerbe und in industriellen Kernbereichen zur Stabilisierung bei. In Frankreich und dem Vereinigten Königreich bleibt das Insolvenzgeschehen mit einem Plus von jeweils 2 Prozent auf hohem Niveau. Spanien hingegen profitiert von einer robusteren Konjunktur und dürfte einen Rückgang um 3 Prozent verzeichnen. In den Niederlanden dürfte die Zahl der Firmenpleiten nach einem außergewöhnlich starken Rückgang im Jahr 2025 wieder um 4 Prozent steigen und damit auf Vor-Pandemie-Niveau zurückkehren.

In Nordamerika zeigt sich ein gespaltenes Bild: In den USA erwartet Coface einen Anstieg um 4 Prozent, bedingt durch den starken Einfluss politischer Maßnahmen, schwächeres Wachstum und strukturelle Verwundbarkeiten. Kanada (-5 Prozent) hingegen dürfte nach mehreren Jahren kräftiger Anstiege seinen Erholungskurs fortsetzen und eine deutliche Entlastung erleben. Auch im asiatisch-pazifischen Raum erwartet Coface eine uneinheitliche Entwicklung. In Japan (+7 Prozent) steigen die Insolvenzen aufgrund schwacher Nachfrage und eines anhaltend hohen Zinsniveaus voraussichtlich weiter an, während Australien (+0,5 Prozent) nach ausgeprägten Nachholeffekten in eine stabile Seitwärtsbewegung übergehen dürfte.

Besonders in Europa bleibt der Ausblick eng an die Entwicklung der Kreditkosten gekoppelt. „Sollten die Zinsen 2026 wider Erwarten steigen, könnte die fragile Entspannung schnell ins Wanken geraten. Schon eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten könnte die Zahl der globalen Insolvenzen um 4 bis 5 Prozent steigen lassen, was der gleichen Wachstumsrate wie 2025 entsprechen würde“, erklärt Markus Kuger. Besonders gefährdet wären Branchen mit geringer Schuldentragfähigkeit wie Bau, Chemie und Textil. „Der Verlauf des Insolvenzgeschehens hängt 2026 also weniger vom Wachstum ab als vom Tempo der geldpolitischen Anpassungen – und damit vom Preis der Finanzierung, der zum entscheidenden Risikofaktor wird.“

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