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1,6
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31,2
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13
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Herausgeber der PM
HMU Health and Medical University Potsdam
Olympischer Weg 1
14471 Potsdam |
Pressekontakt
person Cornelius Pape
call +49 (0)331 74 51 13 00 language https://www.health-and-medical-university.de/ueber-uns/news/ |
Link zur Original-PM
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Frauen in Deutschland leisten deutlich mehr mentale Care-Arbeit als Männer und sind dadurch häufiger psychisch belastet. Das zeigt eine Studie der HMU Health and Medical University in Potsdam. Ein Forscherinnenteam um Professorin Dr. Rebecca Wiczorek untersuchte die Verteilung der oft unsichtbaren Familienorganisation und deren gesundheitliche Folgen. Demnach geht ein höheres Maß an mentaler Care-Arbeit mit mehr Stress, stärkerer Depressivität und größerer emotionaler Erschöpfung einher. „Der entscheidende Faktor ist dabei die emotionale Komponente, also das ständige Sich-Sorgen-Machen um das Wohlbefinden der Familienmitglieder“, erklärt Rebecca Wiczorek.
Besonders groß sind laut der Studie die Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei organisatorischen Aufgaben. Insgesamt fallen die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Deutschland mehr als doppelt so stark aus wie in vergleichbaren Untersuchungen aus den USA. Während Frauen vor allem bei sehr hoher Belastung überproportional unter den Folgen leiden, zeigen Männer bereits bei geringer bis mittlerer mentaler Care-Arbeit stärkere negative Auswirkungen. Nach Einschätzung der Forschenden könnten gesellschaftliche Rollenerwartungen dabei eine wichtige Rolle spielen.
Ein Forscherinnenteam der HMU Health and Medical University in Potsdam hat die Verteilung und die gesundheitlichen Folgen mentaler Care-Arbeit in Deutschland untersucht. Die veröffentlichte Studie zeigt, dass Frauen nicht nur die Hauptlast der „unsichtbaren“ Familienorganisation tragen, sondern dass insbesondere die emotionale Sorgearbeit ein erhebliches Risiko für die psychische Gesundheit darstellt.
Während körperliche Hausarbeit oft sichtbar ist, bleibt die mentale Care-Arbeit – das Planen, Organisieren und Sorgen – meist verborgen. Das Team um HMU Professorin Dr. Rebecca Wiczorek konnte nachweisen, dass Frauen in Deutschland signifikant mehr mentale Care-Arbeit leisten als Männer. Besonders deutlich ist der Unterschied im organisatorischen Bereich, gefolgt von kognitiven Aufgaben. Bemerkenswert ist hierbei: Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind in Deutschland mehr als doppelt so groß wie in vergleichbaren US-amerikanischen Studien, was auf kulturelle Unterschiede hindeutet.
Die Studie belegt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der mentalen Care-Arbeit und einer schlechteren psychischen Gesundheit. Wer mehr mentale Care-Arbeit leistet, berichtet über mehr Stress, stärkere Depressivität und höhere emotionale Erschöpfung. „Der entscheidende Faktor ist dabei die emotionale Komponente, also das ständige Sich-Sorgen-Machen um das Wohlbefinden der Familienmitglieder“, erklärt Professorin Rebecca Wiczorek. Diese Form der Arbeit ist oft grenzenlos und führt dazu, dass Betroffene auch nach Abschluss physischer Tätigkeiten gedanklich nicht zur Ruhe kommen.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass das Geschlecht die Wirkung dieser Belastung beeinflusst. Während Frauen vor allem bei einem sehr hohen Pensum an mentaler Care-Arbeit überproportionale Einbußen ihrer psychischen Gesundheit erleben, zeigen Männer bei geringer bis moderater Belastung stärkere negative Auswirkungen als Frauen. Dies könnte darauf hindeuten, dass gesellschaftliche Rollenerwartungen und die Art der übernommenen Aufgaben eine wesentliche Rolle bei der Verarbeitung des „Mental Load“ spielen.
Die Ergebnisse sind nicht nur wissenschaftlich relevant, sondern haben auch konkrete Praxisbedeutung. Institutionen mit Familienkontakt – etwa Beratungsstellen oder Gesundheitseinrichtungen – können die Befunde nutzen, um stärker für das Thema mentale Care-Arbeit zu sensibilisieren und stereotype Geschlechterrollen zu hinterfragen. Darüber hinaus bieten die Ergebnisse Ansatzpunkte für gezielte Interventionen, wie etwa Achtsamkeitstrainings, die nachweislich das Stresserleben von Eltern reduzieren können. Künftige Forschung sollte zudem Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Paare einbeziehen sowie längsschnittliche Designs nutzen, um Kausalzusammenhänge besser zu verstehen.
